Maria Carmi - Vollmoeller's Geschöpf
Norina 30er Jahre
MariaCarmi ca. 1910
Norina als Nonne
MC Bild

Sabine Lepsius, Frau von Prof. Reinhold Lepsius, sowie Leiterin einer privaten Kunstakademie in Berlin, an der Vollmoellers Schwester Mathilde ab 1897 Malunterricht nahm, wurde Ostern 1908, als Rainer M. Rilke seinen Freund Karl Vollmoeller in Florenz besuchte, mit „Norina Vollmoeller, der aus Florenz stammenden Gattin Karl Gustavs”, bekannt, “die im Winter 1908 in Berlin auftauchte.” Im Herbst 1908 hatte Vollmoeller beschlossen, aus seiner wunderschönen Frau einen Star zu machen. „Karl Gustav wollte eine große Schauspielerin aus ihr machen, und sie hat auch einmal einen ganz großen Tageserfolg gehabt. Das war in Vollmoellers PantomimeDas Mirakel, in der sie unter dem Namen Maria Carmi die Mutter Gottes spielte. Aber danach stellte sich heraus, daß Norina wohl mimisches, aber kein eigentlich schauspielerisches Talent besaß. “

Frau Lepsius’ Einschätzung entspricht nicht annähernd der Realität, die so aussah, dass Norina alias Maria Carmi die erste, umjubelte Filmdiva Deutschlands wie Italiens war! Siehe Auflistung ihrer Filme zwischen 1912 - 1918.

Stolze Haltung, vornehme Erscheinung und ihre strenge Ausstrahlung in der Tradition der Theaterprimadonnen des 19. Jahrhunderts machten sie zur idealen Darstellerin literarisch anspruchsvoller Melodramen.
Den Anfang machtenDas Mirakel” (1912/13), “Eine venetianische Nacht” (1913). “In den nächsten sechs Jahren drehte Maria Carmi noch verschiedene weitere Stummfilme, sowohl in Italien als auch in Deutschland. In ihrem Heimatland entstand unter der Regie von Nino Martoglio die Dramen-Adaption "Sperduti nel buio" (1914, Im Dunkel verirrt), der sie auch mit der Titelrolle in seiner Zola-Verfilmung "Teresa Raquin" (1915) besetzte, sowie die psychologisierende Literaturverfilmung "Retaggio d'odio" (1914), in dem Maria Carmi "im Gewand größter Leidenschaftlichkeit" agierte, wie es die Presse formulierte.

In Deutschland entstanden für die "Deutsche Bioscop" “Die rätselhafte Frau”(1915), “Der Hermelinmantel” (1915) Regie: Walter Schmidthässler; unter der Regie Robert Reinerts "Das Wunder der Madonna" (1916), "Der Weg des Todes" (1916), "Der Pfad der Sünde" (1916), "Das Haus der Leidenschaften" (1916), "Für den Ruhm des Geliebten" (1916), "Das Spitzentuch der Fürstin Wolkowska" (1917/18), "Memoiren der Tragödin Thamar" (1917) und "Der Fluch der Sonne" (1917).
Als Partnerin von Aud Egede Nissen und Olaf Fønss stand sie für Otto Ripperts "Homunculus, 1. Teil" (1916) und "Homunculus, 4. Teil – Die Rache des Homunculus" (1916) vor der Kamera. Ihre beiden letzten deutschen Filme waren Robert Reinerts Kriminalgeschichte "Wenn Tote sprechen" (1917) sowie das Melodram "Rächende Liebe" (1918) von Regisseur Josef Stein.

Die Kritiker sind begestert: Wenn Maria Carmi küßt, ist jede Pore ihres Körpers ein offenes Lippenpaar, wenn sie jubelt, dann züngelt die Freude wie eine weißsiedende Flamme in alle Fingerspitzen, wenn sie verzweifelt, zucken und winden sich alle Sehnen wie unter einem Schnitt in hellstem Schmerz. (…) Transalpinische Glut birst in strömenden Eruptionen hervor. Ihr scharfes, rasseadliges Profil zergliedert den Komplex eines Affekts in seine geheimnisvollsten Einzelheiten, mehr als es das gesprochene Wort je kann. Ihre Hände aber sind Märchenwunder. Sie leben ein Leben für sich, diese unendlich wissenden, schmalen Hände", so der Journalist Manfred Georg 1916. (Es ist dieser Journalist, der später, im amerikanischen Exil, Kübel voll giftigen Schlamms der üblen Nachrede über Karl Vollmoeller auskippen wird, und so zu seiner 13 monatigen Internierung beitragen wird.)
Den Abschluss der Karriere als Filmdiva bilden drei italienische Filme “Per il passato” (1921), “Forse che si forse no” (1920/21), Regie Gaston Ravel und 1926 “Senza padre”, Regie Emilio Ghione.

Trotz aller Vorbehalte gegenüber Norinas schauspielerischem Talent, kann Sabine Lepsius nicht umhin, zu schreiben: “Sie war die nächst Maria Guerrieri schönste Frau, die ich je gesehen habe, von strenger Lieblichkeit und individueller Prägung; alles verstummt, als sie einmal auf einer größeren Gesellschaft bei uns erschien. Aber ihre Seele war unterentwickelt wie die eines kleinen Mädchens. Viele waren von ihr hingerissen; andere blieben kühl ... Auf die Dauer fühlte sie sich im Berliner Klima nicht wohl. Sie fror körperlich und seelisch, war wie eine entwurzelte Orchidee. Wegen ihrer angegriffenen Lunge mußte sie nach Davos, danach ging sie nach Florenz zurück. ”

Auch dies eine unzulässige Verkürzung und Verdrehung der Ereignisse. Ursula von Mangoldt, geb. Andrae, eine andere “Freundin” Norinas wie Karl Vollmoellers schreibt: “Vollmoeller war mit einer unbeschreiblich schönen Frau, Maria Carmi, verheiratet gewesen ... Maria Carmi hatte straff zurückgekämmtes, wunderbar blauschwarzes Haar, kalte, dunkle und doch schwermütige Augen, schmale Schläfen, regelmäßige Züge wie aus Marmor gemeißelt – eine große schlanke Renaissance-Erscheinung, fast immer schwarz gekleidet, mit dem unvergeßlichen Lächeln der Mona Lisa ... Für diese unendlich verführerische Frau, der Männer wie Frauen verfielen, hatte Vollmoeller in einer Liebe, die bis zum Wahnsinn ging, sein Stück »Das Mirakel« geschrieben, dessen Hauptrolle bei der Aufführung durch Reinhardt Maria Carmi, bei der späteren Verfilmung Lady Diana, die Frau von Duff Cooper, spielte. “

Diese Ausführungen bedürfen der Richtigstellung; führen jedoch zu einer speziellen Facette der eher außergewöhnlich zu nennenden Ehe des Ehepaares Gilli/Vollmoeller: “eine Liebe, die bis zum Wahnsinn ging” wird von einer “unendlich verführerische Frau, der Männer wie Frauen verfielen” konterkariert.

Richtig an von Mangoldts Äußerungen ist der Fakt, dass die madonnenhafte, vollkommen unschuldig wirkende Norina, alias Maria Carmi, in der Realität ein Frauen- wie Männer verschlingendes nymphomanes Wesen war, die Vergnügen daran hatte, Lesben und Männer bis aufs Äußerste sexuell zu reizen, sich jedoch nur einer geringen, handverlesenen Anzahl von Frauen wie Männern tatsächlich hingab. Ihre beiden Ehemänner, Karl Vollmoeller wie Prinz George Vassili Matchabelli, gingen während ihrer Ehejahre buchstäblich durch die Hölle.
Während Vollmoeller sich im Lauf der Jahre dieselbe “Freizügigkeit” wie seine Angebetete “Madonna” zugestand - was ihm den Ruf eines geilen Lüstlings einbrachte, da die Öffentlichkeit nicht über die sexuellen Eskapaden seiner Ehefrau informiert war, litt Prinz Matchabelli über Jahre still vor sich hin, bis ihn Norina zu allem Überfluss mit einem indischen Guru betrog; fiel höchstens ab und an, wenn er seine Norina “in flagranti” erwischte, in Ohnmacht. Als jedoch die sexuelle wie mentale Abhängigkeit seiner Frau - immerhin einer Prinzessin Matchabelli - ruchbar wurde, sah der Nobelmann nur in einer umgehenden Scheidung die einzige Möglichkeit, seinen Namen rein zu waschen. Er starb knapp anderthalb Jahre später an gebrochenem Herzen.

Für Karl Vollmoeller gestaltete sich seine Beziehung zu der größten, tiefsten Liebe seines Lebens , Norina Gilli, deutlich vielschichtiger und komplizierter. Andeutungsweise spricht ein Freund Vollmoellers, sein letzter Verleger, Johannes von Guenther davon: “Dazu kam, daß er eine unerhört schöne Frau besaß, die Florentinerin Maria Carmi, damals eine der ersten Filmdivas Deutschlands, eine charmante Frau, zierlich, sehr weiblich, sehr klug und apart ... man ahnte, daß die Ehe nicht glücklich war, obwohl Vollmoeller mit einer wunderbar zärtlichen Intonation von und mit seiner Frau sprach. Sie wiederum besaß eine brave, fast erschrockene Einfühlung ihm gegenüber, sie gehorchte dem Herrn.

Es handelte sich um eine besonders krasse Form von gegenseitiger Abhängigkeit, gepaart mit unterschiedlich ausgeprägter gegenseitiger “Hörigkeit”. Vollmoeller sollte sich - im Gegensatz zu seinem Nebenbuhler Matchabelli (dem er nebenbei generös ein literarisches Denkmal in seinem “Last Miracle” setzte) - niemals völlig aus seiner emotionalen Abhängigkeit sowie sexuellen Hörigkeit gegenüber Norina lösen. Andererseits blieb Vollmoeller bis zu seinem Tod für Norina nach und neben ihrem Guru Meher Baba stets ihr engster Vertrauter - Beichtvater - bei dem sie in persönlichen wie vor allem in finanziellen Dingen Rat und Unterstützung suchte.
Ein einziges Mal - während der 13 Monate dauernden höllischen Internierung in amerikanischen Konzentrationslagern - revanchierte sich Norina für all die Hilfe und Unterstützung durch Vollmoeller, indem sie den Internierten in rührenden, einfühlsamen Briefen aufrichtet, stützt, ihm Lebensmut gibt und sich aktiv für seine Freilassung  in New York und Washington einsetzt.

Während diejenigen Frauen, die sich schriftlich über Norina Gilli alias Maria Carmi äußerten, sich eine mehr oder minder heftige Kritik nicht verkneifen konnten, erlagen dieser “Verführung” in Person ausnahmslos -fast - alle Männer, selbst die schwulsten der Schwulen. Harry Graf Kessler war ebenso in die Carmi verschossen, wie der berühmte Impresario Sergei Pawlowitsch Djagilew.

Es waren zwei der heimlichen Schwulen, bedeutende Dichter deutscher Sprache, die - ein jeder auf seine persönliche Weise - die Carmi hassten: Hugo von Hofmannsthal und Thomas Mann. Eventuell brachte diese vordergründig so unschuldig wirkende Frau mit ihrem androgynen Körper die Hormone der beiden Herren derart in Wallung, dass ihnen nur die äußerlich verachtende Kritik blieb?

Thomas Mann jedenfalls schweigt über die nicht gerade seltenen Begegnungen mit Frau Vollmoeller in München, auf dem Zauberberg, in Tölz, Salzburg wie Berlin - oder sollten die verbrannten Tagebücher voller irritierender Eintragungen gewesen sein?

Hugo von Hofmannsthal tat beinahe Alles - bis hin zur rufmordenden Kabale - um sein emotionales Mütchen an Frau Vollmoeller und später auch an ihrem geschiedenen Mann zu kühlen. Hatte er durch sie die erste, nicht zu verwindende Abfuhr erlitten? Sollte er zu Jenen “bis aufs Blut gereizten” Männern gehören, die Madame Carmi im letzten Augenblick von der Bettkante stieß?

Die deutsche Klatschpresse fasste 1934 unter der Überschrift Das märchenhafte Leben der Maria Carmi “ zusammen, was Dichtung und Wahrheit miteinander verwoben hatten:
Nicht allzuviele Filmbesucher werden sich noch der Schauspielerin Maria Carmi erinnern, die in den Stummfilmzeiten der deutschen Produktion eine der verhätscheltsten Primadonnen war.
Ganz in der Nähe der Neubabelsberger Traumfabriken hatte sie ihre weisse Villa, mit Hunden, Dienern, Doggen, ein idyllischer Ort, aus der Phantasie eines Dichters geboren. Maria selbst, die die schönsten Hände Europas hatte, thronte hier wie eine Fürstin.
Als Reinhardts Madonna im «Mirakel» Vollmöllers, des Textilfabrikanten, Fliegers und Scenarioschreibers, war die in einer dunklen, klassischen Schönheit erstrahlende Italienerin Mittelpunkt der Bewunderung zweier Kontinente.
In diesen Tagen fand ich ihre Spur In Neuyork wieder. Aus Berichten von Freunden entrollt sich ein Leben, das bunter ist als jeder Frauenroman. Für die Welt ist Maria Carmi verschollen. Europa nahm von ihr Abschied, als sie als Frau des georgischen Prinzen Matchabelli das Festland verliess.
Sie fuhr nach Amerika, um drüben ebenfalls die Madonna zu spielen. Ihr Vertrag mit Reinhardt war perfekt. Dieser, damals auf der Höhe seines Ruhms (und heute ziemlich versunken in den erbarmungslosen Schatten Hollywoods), fuhr einige Tage später mit dem berühmten Impresario Morris Gest. Auf dem Sonnendeck des Atlantikliners ging eine Frau an ihm vorbei, die das Unglück der Carmi werden sollte. Reinhardt sah sie und engagierte die Dilettantin vom Deck weg als seine amerikanische Madonna. Wenige Tage später las die in Neuyork wartende Carmi die Nachricht, dass die englische Hocharistokratin Lady Diana Manners die Madonna-Rolle geben würde. Vergebens strebte die Carmi einen Prozess an. Sie drang nicht durch. Der Fall wuchs sich zu einem Skandal aus, der ihr auch alle anderen Engagements verdarb.
Prinz und Prinzessin Matchabelli endeten schliesslich in einem jener vielen gleichförmigen Boardinghäuser, wo es ewig nach Armut und angebranntem Essen riecht. Neuyork ist nicht mitleidig. Es verachtet niemanden, der kein Geld hat, aber es gibt ihm auch keines, das er sich nicht verdient. Die Prinzessin wurde nach wie vor eingeladen, aber allmählich verbrauchte sich die Garderobe. Die Fracknähte des Prinzen mussten mit schwarzer Tusche nachgezogen werden und die Mahlzeiten wurden sehr unregelmässig eingehalten. Von einem Verdienst war keine Rede.
Die ehemals gefeierte Künstlerin, immer noch strahlend und von keiner Attacke des Alters auf ihr klassisches Profil berührt, gab ein paar Stunden, und als sie einmal einige Dollars zusammen hatten, kaufte der Prinz Matchabelli Flaschen, lieh sich von einem Drogenhändler ein paar Essenzen und fabrizierte ein Parfüm. Kein grosser Erfolg. Aber es fand sich in der Fifth Avenue ein Laden, in dessen Hintergrund die Prinzessin ein Tischlein aufstellen konnte. Das ging so zwei Jahre, ohne dass das Paar aus der Alltagsnot herauskam.
Eines Tages hatte der Prinz — ein treuer russischer Zarist — einen Einfall. Er machte eine Parfümflasche in Gestalt einer Zarenkrone, um seinem dahingegangenen Herrscherhaus ein kleines Denkmal zu setzen. Was nun folgte, war märchenhaft. Die Flasche wurde der grösste Erfolg. Das neue Parfüm lockte keinen, aber die Flasche traf so haargenau die romantische Sentimentalität der Amerikanerin von damals, dass es binnen eines Jahres eine riesige Parfümfabrik Matchabelli und Filialen der Matchabelliparfüme in allen Staaten der Welt gab. Der Erfolg hält noch heute an. Ueberall sieht man die Matchabellische Zarenkrone, von der Zweiliterkrone an bis zum Miniaturkrönchen für die Handtasche.
Genug, der Prinz und Maria waren aus allen Sorgen heraus. Einige Zeit nach diesem grossen Umschwung tauchte in Neuyork ein Inder auf, der einen riesigen Bart trug und das Gelübde getan hatte, nie zu reden. Um den Hals hing eine Tafel mit den Buchstaben des Alphabets. Richtete man an ihn Fragen, so beantwortete er sie mit blitzschnellen Fingerzeigen und sein Sekretär übersetzte die rasend rasch getippten Buchstaben dem Frager. Baba, so hiess der schweigsame Heilige, hatte in Neuyork einen ungeheuren Zulauf. Die Frauen der Gesellschaft verehrten ihn.
Die Prinzessin Matchabelli, diese hochkultivierte, kluge und immer noch bildschöne Frau, verliebte sich so in ihn, dass sie alles vergass und sich nur noch dem Dienst des Inders widmete. Das ging so einige Jahre. Plötzlich verkündete Baba, dass er die Zeit für gekommen halte, sein Schweigen zu brechen. In Hollywood werde er eine Botschaft an seine Gläubigen richten. Er mietete einen riesigen Saal in der Filmstadt. Die Society von Neuyork, Chicago und anderen Städten setzte sich auf die Bahn und fuhr nach Kalifornien, um dem Ereignis beizuwohnen. Sie wurde arg enttäuscht. Eine Stunde vor dem Beginn der Offenbarung liess Baba erklären, dass er zu der Ueberzeugung gelangt sei, dass er noch weiter schweigen müsse, und zwar weitere sieben Jahre. Kurz nach der Verkündung dieser Frist erhielt die Prinzessin ein Telegramm, dass der Prinz an Lungenentzündung erkrankt sei. Sie kam gerade noch zurecht, um von ihm Abschied nehmen zu können.
Dann wurde aus dem Filmstar, der hungernden Anstandslehrerin neureicher Ladies und dann der demütigen Apostelin eines schweigsamen Inders über Nacht die Leiterin eines mächtigen Parfümkonzerns. Jetzt thronte sie in der Fifth Avenue, Reinhardts Madonna als Direktorin im Stahlmöbelbureau. Aber das war nicht das Ende. Nach einer gewissen Zeit schied Maria Carmi Prinzessin Matchabelli mit einer Millionenabfindung aus dem Geschäft aus, um — neuerdings dem geheimnisvollen Inder zu folgen. Jetzt ist die heute Sechzigjährige in Indien, und wenn auch vielleicht nicht verschollen, so doch für die Welt nicht leicht auffindbar.“

Zwischen ihren Abtauchen aus der Öffentlichkeit um 1930, ihrer Scheidung von Prinz Matchabelli 1933, sowie ihren Jahren in Mehers Ashram in Indien bis 1941, bis hin zu ihrem Tod 1957 lebte Norina Gilli als Anhängerin und Sprachrohr Meher Babas, abwechselnd in Amerika wie in Indien. Sie nutzte ihre, mehr noch Karl Vollmoellers exzellente Kontakte nach Hollywood wie New York, um Anhänger und Gelder für ihren Guru zu werben.

So wurden ihre letzten 27 Jahre zur Paraderolle ihres Lebens: von den Anfängen als Beischläferin des Gurus, bis hin zu seiner glühendsten Vertreterin, durchlebte Norina nochmals die ihr, von ihrem ersten Ehemann und ersten “Herrn”, auf den Leib geschriebene Rolle der Nonne des “Mirakels”. Als solche starb sie in einem der amerikanischen Zentren der Sekte in den USA.